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Informationsveranstaltung zum Nahost-Konflikt

 

Am 10.11.2017 hatten wir einen besonderen Gast an der FSP: Jens Nieper vom Berliner Missions­werk.

FSP - Palästina

Das Berliner Missionswerk betreut evangelische Partnerkirchen und das dem unseren ähnlichen, aber größeren Bildungszentrum Talitha Kumi (Kita, Grundschule, Gymnasium und Berufsschule) in Palästina. Er reist mehrmals im Jahr in die Region und konnte deshalb sehr anschaulich die aktuelle Lage dieses jahrzehntewährenden Konfliktes schildern.

Durch ein Drei-Stühle-Modell versuchte er uns die Komplexität dieses Themas nahe zu bringen, indem er einmal als Israeli, einmal als Palästinenser und einmal als der deutsche Beobachter sprach. Es wurde schnell klar, wie viele Facetten dieser Konflikt hat, wie unterschiedlich beide Seiten auch im Inneren jeweils sind und wie viele Vorstellungen, Interessen und Gefühle beachtet werden müssen.

Herr Nieper machte klar, dass die internationale Gemeinschaft eine wichtige Rolle bei der Lösung des Konfliktes spielen muss, indem sie die Parteien immer wieder, bei aller Achtsamkeit in Bezug auf besondere Empfindlichkeiten, an die Einhaltung von Men­schenrechten und internationalen Vereinbarungen erinnert und auf eine Lösung drängt ─ ins­besondere ganz konkret den Stopp des israelischen Siedlungsbaus auf der Westbank. Und nur hier sah er auch die Möglichkeit für wirtschaftliche Maßnahmen, wie dem von der EU dis­kutierten Einfuhrstopp für Produkte der israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten. Bei all der Komplexität und den vielen Verlusten an Menschenleben, Wohlbefinden und auch Besitz, den die vielen Jahre des Konfliktes und die nun 50 Jahre der Besetzung der West­bank gefordert haben, blieb er aber voller Hoffnung und sah in einer Zwei-Staaten-Lösung mindestens für den Übergang die beste Lösung ─ damit beide Seiten zur Ruhe und zu sich selbst (und ihren internen Problemfeldern und Herausforderungen) kommen könnten und beide Seiten auch beweisen könnten, wie ernst sie es mit dem Aufbau bzw. der Weiterent­wicklung eines demokratischen Staates meinen.

In der weiteren Zukunft könnte dann eine konföderale Lösung, evtl. mit weiteren Staaten der Region wie Jordanien, stehen. Herr Nie­per erklärte uns, dass im Prinzip alle Pläne, bis auf die einzelne Straße genau, in den Schub­laden der Regierungen bzw. der UN lägen und es nur am politischen Durchsetzungswillen und den dazu gehörenden Persönlichkeiten fehle, um einen dieser Pläne trotz der immer da­mit einhergehenden Nachteile für Einzelne durchzusetzen und so für alle die große Sehn­sucht nach Sicherheit und Normalität im Alltagsleben, die jetzt viel junge Israelis und Palästi­nenser ins Ausland treibt, zu verwirklichen. Es war spannend zu erleben, wie jede Frage aus dem Publikum wieder einen neuen Puzzlestein zum Vorschein brachte, der das eben schon sich aufklarende Bild dieses Konfliktes wieder etwas komplizierter machte.

Der exklusive Ein­blick in diese Region von jemanden, der viel, auch Schlimmes, vor Ort miterlebte und stän­digen Kontakt zu Freunden auf beiden Seiten der Mauer zwischen Israel und der Westbank hält, war beeindruckend und erhellend ─ eine sehr gelungene Informationsveranstaltung!

 

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